Schulwälder für Westafrika e.V. unterstützt Nord-Süd Schulpartnerschaften durch Aufforstungsprojeke an westafrikanischen Schulen als Beitrag gegen die Zerstörung des Regenwaldes und als Instrument des Naturschutzes mit folgenden Zielen:

°  Schulwälder von westafrikanischen Schulkindern eigenständig einrichten zu lassen,  um ein Gefühl für die Bedeutung des Regenwaldes zu entwickeln

°  Die Einrichtung eines Umweltzentrums nach den Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in ghanaischen Schulen

° Umweltbildung durch Vorträge in Schulen in Deutschland und Afrika

° Weiterbildungsangebote für LehrerInnen in der Umweltbildung des Globalen Lernens

° Interkultureller Austausch zu Partnern in Deutschland

° Vermittlung von Schulpartnerschaften und Übernahme von Baum/Waldpartnerschaften

Der Verein Schulwälder für Westafrika e.V. arbeitet ehrenamtlich und gemeinnützig. Der Arbeitsschwerpunkt liegt zur Zeit in Deutschland und Ghana. In Deutschland haben wir zahlreiche Schulen über die Problematik des Tropenwaldes informiert und über Patenschaften mit ghanaischen Schulen verbunden. In Ghana haben wir an nahezu 70 Schulen Schulhof-Bepflanzungen durchgeführt und diese Schulen über Patenschaften mit deutschen Schulen verbunden. 

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Geschichte des Vereins 

Die erschreckend schnell fortschreitende Zerstörung tropischer Regenwälder ist heute eines der größten globalen Probleme. So hat Westafrika z.B. durch Rodung bis jetzt schon über drei Viertel seiner ursprünglichen Wälder verloren. Außerdem drang die Sahara im letzten Jahrzehnt durchschnittlich um 2,5 km pro Jahr nach Süden vor. In Ghana z.B. schrumpfte die Regenwaldfläche innerhalb von nur 50 Jahren durch Abholzung von 8 auf 1,4 Mio. ha. Damit ist das unkontrollierte Abholzen zu einem der dringendsten Probleme im Lande geworden. Wiederaufforstung ist dringend notwendig, will man den Kindern und dem Land eine gesicherte Zukunft geben.

Auf eine Initiative von Dr. Essiamah hin wurde im Jahre 1995 das Projekt „Baumpflanzung auf Schulhöfen in Ghana“ gegründet, bei dem vor allem durch deutsch-ghanaische Schulpartnerschaften die Bepflanzung von Schulgeländen und Schulhöfen umgesetzt werden soll. Die zugrunde liegende Idee besteht darin, dass SchülerInnen das Pflanzen und Pflegen der Bäume erlernen sollen, um dabei ein Gefühl für die Bedeutung des Regenwaldes entwickeln. Auf diesem Wege soll auch die Bevölkerung zu einer anderen Einstellung zum Wald gebracht werden. Das Projekt soll den Kindern theoretisches und praktisches Wissen über die Anpflanzung von Bäumen vermitteln, um deren Nachhaltigkeit zu sichern und um die Wiederaufforstung von Schulhöfen als  Beitrag gegen Regenwaldzerstörung zu realisieren.
Zur Erreichung des Projektziels wurden die Schulkinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren ermutigt, Bäume auf ihren Schulhöfen zu pflanzen und sie als “Schattenspender” und “Schutz gegen Bodenstaub und Bodenerosion” zu pflegen. Weitere Vorteile des Projekts  sind: Ästhetik, Gebäudeschutz gegen Unwetter und Schutz gegen Erweiterungen von Wohneinrichtungen auf Schulhöfen. Je nach Schulhofgröße pflanzen und betreuen  die Kinder ca. 300 - 400 gestiftete Setzlinge unter Aufsicht der Lehrer.
Das Projekt begann im Jahre 1995 mit 4 Grundschulen in Ghana. Mittlerweile pflanzen und betreuen 70 Schulen die gestifteten Setzlinge auf ihren Schulhöfen. Erste Erfolge sind bereits zu beobachten: Die zu Beginn des Projekts gepflanzte Schattenbäume erreichen bereits eine Höhe von mehreren Metern. Aufgrund des beispielhaften Einsatzes gewann im Jahr 1998 eine der Gründerschulen, die sich von Anfang an dem Projekt beteiligte, den 1. Preis des Wiederaufforstungsprogramms der Regierung Ghanas.

Das Projekt ist in Deutschland durch Veranstaltungen, Berichte in Zeitschriften und Zeitungen und vor allem durch Werbung um Schulpartnerschaften bekannt geworden
Außer Schulpartnerschaften wurden die ersten Waldpatenschaften für ganze Schulhöfe in Ghana von Institutionen wie Kirchengemeinden und Weltladen bereits übernommen. Am Standort eines Patenwaldes wird eine Tafel mit dem Name des Spenders aufgestellt, z.B. „Dettinger Forest Project“.

Mit Unterstützung einer Stiftung  wurde Anfang 2002 ein Grundstück von 10 ha Größe in Ochiso (Ghana) erworben, um eine Baumschule zu errichten. Neben der Züchtung von Sämlingen sollen auf dem oben genannten Grundstück ein Showgarten (Botanischer Garten), ein Kräutergarten mit traditionellen Heilpflanzen sowie ein Volkswald eingerichtet werden. Im Volkswald (People’s forest) soll jeder (sowohl Einheimische als auch Ausländer) gegen Spende einen Baum mit seinem bzw. ihren Namen pflanzen lassen.
Hauptziel ist die Einrichtung eines Umweltbildungszentrums nach den Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung für ghanaische Schulen, Weiterbildungsangebote für LehrerInnen in der Umweltbildung und im Globalen Lernens sowie interkultureller Austausch zu Partnern in Deutschland. 

Im Mai 2004 gewann der Verein mit dem Schulwald-Projekt den GLOBO:LOG Preis. Ein Büro mit Internetanschluss für den Verein in Ghana wurde eingerichtet, um Kontakte zwischen Schulkindern in Ghana und Deutschland durch Internet zu ermöglichen. Das Projekt heißt „Chat der Welten“ mit Umwelt und entwicklungspolitischen Themen in Schule und Unterricht, zuerst in Niedersachsen und NRW, später bundesweit.  

Netzwerk „Schulwälder für West-Afrika / Kinderwälder weltweit"

Am 01.03.2005 wurde das Netzwerk „Schulwälder für West Afrika / Kinderwälder weltweit - durch die deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Nationalkomitee der UN-Dekade als „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Der seit September 2000 eingetragene gemeinnützige Verein Schulwälder für Westafrika e.V. in Göttingen mit Schwerpunkt Ghana und der Schwesterverein in Ghana "Youth and Environment Club" (Jugend und Umwelt-Verein) betreuen das Projekt. 

Das internationale Partnerschaftsprojekt „Schulwälder für West-Afrika / Kinderwälder weltweit" besteht aus einem innovativen Netzwerk aus Schulen, außerschulischen Lernorten, Bildungsträgern, dem Forst- und dem Bildungsministerium in Ghana sowie Nord-Süd-Netzwerken (Deutschland – Ghana): 

  • Schulwälder für West-Afrika e.V. / Göttingen
  • Verein für außerschulische Bildung e.V. / Dransfeld
  • Deutscher Entwicklungsdienst / Regionale Bildungsstelle Göttingen
  • Die Schule am Habbrügger Weg / Ganderkesee
  • Youth an Environmental Club / Ochiso – Ghana

Gemeinsames Thema des Netzwerkes ist der Ressourcenschutz am Beispiel Wald/Wälder/Baumpflanzungen, mit Blick auf die globalen Zusammenhänge (ökonomisch, ökologisch, kulturell, u.a.).

Das Netzwerk soll u.a. vorantreiben:

- Intensivierung der Zusammenarbeit und Austausch mit den ghanaischen Partnerorganisationen, insbesondere in den Bereichen des Globalen und interkulturellen Lernens
- Erfahrungen in die konkreten Unterrichtseinheiten des Schulbetriebes integrieren und einen intensiven Austausch zu einer ghanaischen Partnerschule über das Thema „Schulwälder und Baumpflanzaktionen“ pflegen 
- Interkultureller Austausch zum Umweltzentrum in Ghana

Die Bildungsträger haben dabei unterschiedliche Rollen und Funktionen, das Projekt zu begleiten, aufzubauen, zu etablieren und weiter zu entwickeln. Im Einzelnen: 

Schulwälder für Westafrika e.V.:

Der Verein ist die Kontaktorganisation zwischen den Netzwerken in Ghana (Youth und Environmentel Club, Schulen) und den Netzwerken in Deutschland (Schulen, Kinderwaldprojekt, DED Regionale Bildungsstelle), da er langjährige Erfahrungen im Bereich Schulpartnerschaften zwischen deutschen und ghanaischen Schulen hat. Darüber hinaus entstanden mit der Intensivierung dieser Patenschaften erste Waldpatenschaften für ganze Schulwälder in Ghana von deutschen Institutionen wie Kirchengemeinden und Weltläden.
 

Verein für außerschulische Bildung e.V./Kinderwald-Projekt:

Integration des globalen Lernens in das schon bestehende Kinderwaldprojekt hin zu einem Lernort für nachhaltige Bildung (Erstellung von erlebnisorientierten Wandtafeln, Bildungsangebote für Schüler, Erwachsene, LehrerInnen). Das Haus Hoher Hagen ist sehr attraktiv, da es nicht nur über das Kinderwaldgelände verfügt, sonder mitten im Wald liegt und Übernachtungsmöglichkeiten für Schulklassen bietet. Somit sind Schulfreizeiten und Schulklassenfahrten zu diesem einmaligen Waldlernort möglich. Von diesem Lern- und Bildungsort sollen Impulse ausgehen, weitere Schulen für das Thema „Wälder weltweit“ zu öffnen und zu Baumpflanzaktionen, sowie zu Schulpatenschaften in Ghana animieren. Angefangen hat auch ein „Chat der Bildungsstellen“. Sie soll die Nutzung des Kinderwaldgeländes für Klassenfahrten sowie Unterrichtszwecke und Lehrerfortbildungen vorantreiben.


Schule Habbrügger Weg:

Die Schule in Ganderkesee pflegt seit 1999 eine Partnerschaft mit der Bisease Roman Cath. Primary und JSS School in Bisease, Ghana. Um das Projekt „Bäume für Schulen in Ghana“ und insbesondere ihre Partnerschule zu unterstützen, wurde im Jahr 2000 die Schülerfirma „Pupils GmbH“ gegründet. Seit 2003 unterstützt die Schule Lernhilfen für fünf ghanaischen Partnerschaftsschüler durch Übernahme der Schulkosten mit €50/Kind/Jahr.

Die Schule Habbrügger Weg dient im Bereich von Schülerfirmen als Modellschule für weitere Schulen in Niedersachsen, insbesondere im Göttinger Raum, die sich für eine längerfristige Zusammenarbeit mit ghanaischen Schulen interessieren.


Youth and Environmental Club: 

Der Verein richtete ein Umweltzentrum mit Showgarten, Volkswald, Heil- und Kräutergarten nach den Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung für ghanaische Schulen ein und organisiert Weiterbildungsangebote für LehrerInnen in der Umweltbildung und des Globalen Lernens. Außerdem pflegt er einen interkultureller Austausch zu Partnern in Deutschland, insbesondere zum Kinderwald auf dem Hohen Hagen.

In Kooperation mit zwei ghanaischen Ministerien legt er Baumschulen an, deren Anzucht, Pflege und Betreuung durch SchülerInnen und LehrerInnen erfolgen soll. Der Erlös aus der Abgabe der Bäumchen dient den Wiederaufforstungsmaßnahmen durch Schulwälder. 

 

 

Deutscher Entwicklungsdienst / Regionale Bildungsstelle in Göttingen zum Aktionsprogramm 2015:

Der Träger führt Bildungsveranstaltungen durch, insbesondere für Schüler und LehrerInnen im Kinderwaldgelände mit ehemaligen EntwicklungshelferInnen. Die Intensivierung des Globalen Lernens sowie des interkulturellen Austausches erfolgt durch den Blick und die Erfahrungen der ehemaligen EntwicklungshelferInnen.